Katja Martens 

 

Katja Martens, Jahrgang 1973, hat Mathematik und Ethik für das Lehramt an Gymnasien studiert. Nach ihrem Abschluss machte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben zum Beruf und verfasst seitdem Liebesromane und Kriminalgeschichten. Sie lebt mit ihrer Familie im Erzgebirge und teilt sich ihr Zuhause mit einer Schildkröte, einem Hund und zahlreichen Vögeln.


Aus dem Alltag einer Heftroman-Autorin

 

Katja Martens

 

(Textauszug)

 

„Das ist klassenfeindliche Literatur. Die muss ich konfiszieren.“ Der Schaffner streckt mir auffordernd die Hand hin. Wir schreiben das Jahr 1987. Ich sitze in einem Zug von Leipzig nach Karl-Marx-Stadt, habe Sommerferien und schmökere in einem Heftroman von Hedwig Courths-Mahler. Meine Oma hat ihn bei ihrem Besuch in Westdeutschland in die DDR geschmuggelt. Versteckt in ihrem Rockbund. Nun muss ich ihn abgeben, ohne zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Also male ich mir den Schluss daheim selber aus und träume mich in die heile Welt der Heftromane.

 

Groschenhefte aus dem „Westen“ werden schon in meiner Kindheit heiß geliebt und gehen durch so viele Hände, dass sie nur noch von Klebeband zusammengehalten werden. Es sind Raritäten, und die Vorschauen auf den letzten Seiten beflügeln die Fantasie. Ich denke mir Abenteuer zu den Titeln aus, ohne zu ahnen, dass das dreißig Jahre später mein Beruf sein wird. Ich schreibe Heftromane für Serien wie „Der Bergdoktor“ und „Dr. Stefan Frank“. Zwei bis drei Romane fließen jeden Monat aus meiner Feder. Immer ein neues Abenteuer.

 

Den vollständigen Artikel „Aus dem Alltag einer Heftroman-Autorin“ von Katja Martens finden Sie in der Ausgabe April 2020 - Art.Nr. 042020.