Bettina Kiraly 

 

 

Die niederösterreichische Autorin Bettina Kiraly ist verheiratet und Mutter von zwei Mädchen. Sie schreibt Liebesromane unterschiedlicher Untergenres. Unter dem Pseudonym Ester D. Jones veröffentlicht sie historische Liebesromane. Ihre Geschichten erscheinen im Selfpublishing und bei diversen Verlagen. Bettina Kiraly steht für Romane über starke, außergewöhnliche Charaktere, die um ihr Stück vom Glück kämpfen. Ihr Lieblingsschauplatz ist Wien und Umgebung.


Hoffnung

Bettina Kiraly

 

(Textauszug)

 

Aus dem Radio drangen leise Weihnachtsklassiker. Der Duft der Kekse auf dem Tisch neben dem Weihnachtsbaum kitzelte in ihrer Nase und wollte sie dazu verlocken, von den Leckereien zu naschen. Zuerst galt es allerdings Dringlicheres zu entscheiden. Die Flamme flackerte, als Vanessa mit einem Rascheln auf die nächste Seite blätterte. Nach einem schnellen Blick zur beinahe heruntergebrannten Kerze vor sich konzentrierte sie sich wieder auf die Unterlagen. Paragraphen und Fachvokabular. Sie hatte gehofft, den Vertrag nur durchlesen zu müssen, bevor sie ihn unterzeichnete und an den Verlag zurückschickte. Es wäre ihr Weihnachtsgeschenk an sich selbst gewesen. Doch jetzt hatte sie das Gefühl, ihre Seele zu verkaufen, wenn sie ihre Unterschrift auf die gestrichelte Linie setzte. Sie benötigte Hilfe von einem Juristen, der ihr erklärte, was all die steifen Formulierungen und die Gesetzesverweise in den Paragraphen bedeuteten, der ihr zeigte, worauf sie achten musste. Das hier war zu wichtig, um einen Fehler zu begehen. Noch einmal betrachtete sie die Flamme, deren Lichtschein auf dem Papier tanzte. Vor fast zwei Jahren hatte Vanessa die Kerze gekauft und immer angezündet, wenn sie ihren Mann vermisste. Sie hatte gehofft, der Schmerz hätte nachgelassen, bevor die Kerze zu einem Stummel heruntergebrannt wäre. Vielleicht konnte sie sich mit der Vergangenheit aussöhnen, sobald sie den Vertrag unterschrieben hatte oder wenn das Buch veröffentlicht war, zu dem er gehörte. Doch die Entscheidung für den Verlag konnte sie nicht alleine treffen. Ob es zu spät für einen Besuch bei Hannes war? Ihr Nachbar arbeitete als Anwalt in einer großen Kanzlei. Sie würde einfach zu ihm rübergehen und ihn um Rat fragen. Er half ihr schließlich auch gerne, wenn sie handwerkliche Probleme hatte. Jetzt benötigte sie das erste Mal sein Fachwissen. Sie sah auf die Uhr auf ihrem Handgelenk. Es war fast neun Uhr abends. Sollte sie lieber bis morgen warten? Aber sie wollte diese Angelegenheit klären. Jetzt. An Schlaf war sonst nicht zu denken. Vorsichtig pustete sie die Kerze aus. Den Stecker für die Beleuchtung des Christbaums zog sie ebenfalls. Vanessa griff nach ihren Wohnungsschlüsseln und dem Vertrag und ging zur Tür. Dort hielt sie noch einmal inne. Ganz ohne Geschenk bei ihm aufzutauchen, erschien ihr auf einmal falsch. Sie suchte eine kleine Dose, die sie mit den Keks füllte, für die sie immer gelobt wurde. Wenn sie sich richtig erinnerte, hatten die Samtigen Katzenpfötchen Hannes ebenfalls geschmeckt. Hoffentlich freute er sich darüber. Endlich verließ sie ihre Wohnung.

Hannes wohnte im gleichen Stockwerk wie sie, weshalb sie nur den Gang hinunter laufen musste. Energisch klopfte sie gegen die Tür. Sie umklammerte sich an die Unterlagen in ihrer Hand und starrte auf den Boden. Kurz darauf wurde geöffnet. Vanessa hörte leise Musik - Jazz. Durch den Türspalt bemerkte sie zuerst eine Kerze und ein Glas Wein, die auf dem Wohnzimmertisch standen. Dann glitt ihr Blick höher in Hannes‘ freundliches Gesicht.

„Guten Abend, Vanessa.“ Die Überraschung klang in seiner tiefen Stimme mit.

„Tut mir leid. Da hast anscheinend Besuch …“

„Nein. Wie kommst du darauf?“

Sie blinzelte. „Wegen der stimmungsvollen Atmosphäre in deiner Wohnung.“

„Das ist alles nur für mich gedacht. Magst du reinkommen?“ Er trat einen Schritt zurück und öffnete die Tür weit.

„Nur, wenn ich nicht störe. Ich benötige deine Hilfe.“

Sein Blick wurde neugierig. „Mein Buch kann warten, und mein Interesse hast du geweckt.“

Vanessa trat ein und sah sich kurz um. Sie kannte Hannes schon seit seinem Einzug vor fünf Jahren. Er war das eine oder andere Mal bei ihrem Mann und ihr auf einen nachbarschaftlichen Besuch vorbeigekommen oder hatte sich Werkzeug von Xaver geliehen. Doch bislang hatte sie noch nie die Türschwelle in Hannes‘ Wohnung übertreten. Gemütlich hatte er es. Sie mochte die schnörkellose Einrichtung in warmen Brauntönen. Auf einem Tisch stand ein kleiner Tannenbaum, der mit Kugeln in Gold und Orange geschmückt war.

„Ich habe dir ein paar Samtige Katzenpfötchen mitgebracht.“ Sie hielt ihm die Dose hin.

„Wie nett von dir. Marzipan mag ich sehr gerne. Setz dich, dann können wir gemeinsam davon kosten. Willst du etwas trinken?“, erkundigte er sich. „Ich kann dir einen Tee mit weihnachtlicher Geschmacksrichtung zubereiten.“

Rasch schüttelte sie den Kopf, nahm allerdings auf der bequemen, breiten Couch Platz. „Ich will dich gar nicht lange aufhalten. Vielleicht hätte ich so spät nicht mehr vorbeikommen sollen, aber ich wollte dich um deinen juristischen Rat fragen.“

 

Die Kurzgeschichte „Hoffnung" von Bettina Kiraly finden Sie in der Sonderausgabe Weihnachten 2019 - Art.Nr. W2019


Funken

Bettina Kiraly

 

(Textauszug)

 

„Echt, du gehst mir mächtig auf den Keks! Du bist ein richtiger Ordner!“ Mats schmeißt wütend mit einem Kissen in meine Richtung und verfehlt mich damit um einen Meter.

„Was hab ich mit einer Mappe gemeinsam?“, frage ich und fange das Kissen meines aktuellen Mitbewohners auf, bevor es den Couchtisch leerfegen kann.

„Der Mensch, nicht das Stehding, wo man was reinheftet!“ Mats‘ Kopf wird hochrot. „Du nervst, Gordon. Ständig räumst du alles weg, und ich brauche tagelang, bis das Wohnzimmer wieder aussieht wie vorher!“

Unser Zusammenleben ähnelt verdammt einer Fahrt mit einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn. Vor nicht mal vier Wochen bin ich her eingezogen, und schon weckt seine Unordnung in mir den Wunsch, mich nach einer neuen Bleibe umzusehen. Wenn die Wohnungen in Wien bloß nicht so teuer wären!

„Auf den halbleeren Pizzakartons haben bereits Pilze gewuchert, die du nicht als Belag bestellt hast“, erinnere ich ihn.

„Tut mir leid, wenn du das Zeug noch essen wolltest!“

„Es geht nicht um die Pizza. Unter den Sachen, die du weggeschmissen hast, waren auch Notenblätter. Wie soll ich mich ohne meine Kompositionen bei Plattenlabels bewerben?“

So gut sind Mats Werke ohnehin nicht. Aber das sage ich ihm natürlich nicht. Im Moment wirkt er so wütend, dass er mir vermutlich an die Gurgel geht, wenn ich zu ehrlich bin. „Du kannst das Zeug längst auswendig klimpern. Also sei froh, dass jemand hinter dir her putzt.“

„Vielleicht mag ich mein Chaos einfach mehr als dich.“ Glaubt er, ich genieße seine Gesellschaft? Momentan habe ich keine Lust auf eine Endlosdiskussion und wähle den leichten Weg, indem ich lüge. „Ich muss los zu einem Termin. Danach mache ich mich auf die Suche nach einer neuen WG.“

„Na, Gott sei Dank bin ich dich sturen, knausrigen Schotten bald los.“ Ich beiße die Zähne zusammen, um ihn nicht ein paar ordentliche, landestypische Flüche zu lehren. Sturheit ist nicht die einzige Stärke von uns Schotten.

„Kann es kaum erwarten, aus diesem Drecksloch auszuziehen.“ Dann schnappe ich mir meine Kamera und eine Jacke, reiße die Wohnungstür auf und trete die Flucht an. Am besten nutze ich die freie Zeit und das schöne Wetter dazu, mit meiner Kamera zu spielen. Auch wenn der Lehrer in dem Kurs, den ich besuche, mich als talentiert bezeichnet, brauche ich noch jede Menge Übung, um so gut zu werden, wie ich vorhabe.

 

Die Kurzgeschichte „Funken“ von Bettina Kiraly finden Sie in der Ausgabe März 2019 - Art.Nr. M2019. 


Anhänger basteln

Bettina Kiraly

 

(Textauszug)

 

 

Ich bin gerne kreativ tätig. Für meine Bücher bastle ich daher gerne auch mal Goodies selbst. Besonders Schmuckstücke, die personalisiert aber dennoch im Alltag getragen werden können, haben es mir angetan. Passend zu meiner Racing Love-Reihe habe ich in diesen Exemplaren Rennwagen eingebaut.

 

Die Bastelanleitung von Bettina Kiraly finden Sie in der Ausgabe März 2019 - Art.Nr. M2019. 


Die Buch Wien – Ein Messebericht

Bettina Kiraly

 

(Textauszug)

 

Buchmesse Frankfurt, Leipziger Buchmesse, Buch Wien. Messen, auf denen die Liebe zum Wort gefeiert wird, erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotzdem muss man ehrlich gestehen, dass die Buchmesse in Wien deutlich kleiner ausfällt als die genannten deutschen Kollegen. Ich durfte inzwischen alle drei Messen mehrmals besuchen. Für mich ist die Buch Wien, die 2018 zum elften Mal stattgefunden hat und von Jahr zu Jahr weiter wächst, die entspannteste und gemütlichste.

Die Buchmesse Frankfurt hat mich bei meinen beiden Besuchen mit ihrer Größe überfordert. Die Menschenmassen dort machen einen gemütlichen Spaziergang durch die Hallen unmöglich, wenn man am Wochenende das Gelände betritt.

 

Den vollständigen Artikel „Die Buch Wien“ von Bettina Kiraly finden Sie in der Ausgabe März 2019 - Art.Nr. M2019.