1. Tyrolia-Romance-Festival

Am 13. Mai 2022 von 14:30 Uhr bis 19 Uhr hieß es anlässlich des 1. Tyrolia-Romance-Festivals im Buchcafé der Tyrolia Hauptbuchhandlung in Innsbruck Bühne frei für 9 Tiroler Autorinnen. Der Tag stand im Zeichen der Liebe und Romantik, so war es nicht überraschend, dass die Autorinnen Einblicke in ihre Liebesromane gaben. Die Zuhörer kamen in den Hörgenuss von Textpassagen aus den Genres Romantasy, Young Adult und Liebesromane. Die Autorinnen verzauberten die Zuhörer nicht nur mit ihren Geschichten, sondern auch mit Offenheit, Witz und Charme. Nach den Lesungen nahmen sie sich Zeit für einen Plausch mit dem Publikum, signierten Bücher, Autogrammkarten, Lesezeichen und Plakate und lächelten – oder schnitten Grimassen – für Fotos mit ihren Fans. Beate Niedermühlbichler von Life Radio moderierte die Veranstaltung, stellte den Autorinnen Fragen zum Thema Schreiben sowie zu ihren Büchern und nahm ihnen durch ihre lockere und herzliche Art die Nervosität. Das großartige Team von Tyrolia rund um Brigitte Thaler hatte eine angenehme Atmosphäre geschaffen, sorgte für Getränke und beschenkte die Zuhörer mit Goodie-Bags. Um 19:30 Uhr rundete Maren Vivien Haase das Festival mit einer Lesung aus ihrem aktuellen Roman "Dance into my World" ab.


Wir haben die Autorinnen interviewt und möchten dir ihre Antworten auf unsere Fragen nicht vorenthalten. Einen Teil des Interviews kannst du in der Ausgabe Juni 2022 nachlesen.


Interview mit Yasemin Grißmann

Schreib Was: Was beflügelt dich beim Schreiben? 

Yasemin Grißmann: Der Gedanke, genau das zu tun, was ich schon immer tun wollte. Ich liebe es zu schreiben!

Schreib Was: Was ist für dich der größte Störfaktor beim Schreiben?

Yasemin Grißmann: Ich kann eigentlich immer und überall schreiben. Außer ich bin total übermüdet, was selten vorkommt. Oder wenn es irgendwo Streit gibt und ich das mitbekomme.

Schreib Was: Wo schreibst du? Hast du einen festen Schreibplatz?

Yasemin Grißmann: Ich schreibe im Wohnzimmer am Esstisch. Manchmal auch auf dem Sofa, aber ein eigenes Schreibzimmer wäre mein Traum.

Schreib Was: Wie viele Notizbücher hast du (beschrieben und unbeschrieben) bei dir rumliegen?

Yasemin Grißmann: Nur wenige. Ich mache das meiste tatsächlich am Handy oder am Laptop. Die Notizbücher liegen dann meistens in Schubladen herum.

Schreib Was: Hast du ein (Lebens-)Motto oder ein Lieblingszitat?

Yasemin Grißmann: Das Leben ist zu kurz für ein irgendwann!

Schreib Was: Wann hast du deine ersten Schreibversuche gestartet?

Yasemin Grißmann: Als Kind. Dann jahrelang nichts. Und vor ein paar Jahren habe ich angefangen, hobbymäßig mit Freundinnen zu schreiben. Nur für uns. Zum Spaß.

Schreib Was: Hast du ein Lieblingsthema, über das du schreibst? 

Yasemin Grißmann: Die Liebe. Bisher ist es die Liebe. Das erste Kennenlernen. Hürden, die man meistern muss, bevor man diese Liebe kriegt.

Schreib Was: Wann hast du zum ersten Mal den Wunsch verspürt, ein Buch zu schreiben?

Yasemin Grißmann: Immer mal wieder. Das erste Mal so richtig, als Piper einen Schreibwettbewerb gestartet hat. Da war ich sofort Feuer und Flamme und mein Debüt (Liebe ist ein Miststück) wurde geboren.

Interview mit Nina May 

Schreib Was: Kommen in deinem Roman Figuren vor, die an reale Personen angelehnt sind?

Nina May: Nein. Alle meine Figuren sind frei erfunden.  

Schreib Was: Hattest du jemals eine Schreibblockade?

Nina May: Zum Glück bis jetzt nicht! Ich denke, da ich viel im Voraus plane, habe ich auch immer eine Textpassage, an der ich andocken kann, was mir ein gutes Gegenmittel gegen Schreibblockaden zu sein scheint.  

Schreib Was: Was ist das schönste Feedback, das von Lesern erhalten hast?

Nina May: Da dieses Buch mein Debütroman ist, habe ich leider noch kein Feedback erhalten, aber ich bin wirklich schon sehr gespannt, was meine Leserinnen und Leser sagen werden und wie ihnen das Buch gefällt!

Schreib Was: Hast du ein (Lebens-)Motto oder ein Lieblingszitat?

Nina May: Was das Schreiben betrifft, eindeutig ein Zitat von Jane Austen: „Let other pens dwell on guilt and pain.“ Das trifft auch auf mich zu, meine Bücher sollen unterhalten, zum Lachen bringen und für die Leserinnen und Leser einfach eine Auszeit vom Alltag sein. 

Schreib Was: Was hält dich vom Schreiben ab?

Nina May: Das, was wahrscheinlich viele aufhält: eigens produzierte Aufschieberei. Nein, im Ernst, ich glaube, man muss angesichts der vielen Ablenkungen wirklich diszipliniert sein und „seinen Hintern einfach vor den Computer kriegen, Tag für Tag“, wie Krimi-Bestsellerautorin Elizabeth George einmal die Hauptzutat für ihren Erfolg formuliert hat. Auf mich trifft das absolut zu!

Schreib Was: Wo schreibst du? Hast du einen festen Schreibplatz?

Nina May: Eigentlich nicht, ich schreibe überall, wo mein Notebook Platz hat! Aber meistens zuhause.

Schreib Was: Wie viele Notizbücher hast du (beschrieben und unbeschrieben) bei dir rumliegen?

Nina May: Oje, die darf ich gar nicht zählen … wenn ich ein schönes Notizbuch sehe, bin ich eindeutig gefährdet, es mit nach Hause zu nehmen, auch wenn ich genau weiß, dass mein Bedarf mehr als gedeckt ist.

Interview mit Lexis Able 

Schreib Was: Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch „Running Back to You“ gekommen? 

Lexis Able: In Italien am Strand sind mir beim Laufen am Meer die Kopfhörer ausgefallen, und der Stille ausgeliefert, habe ich begonnen, meine eigene Geschichte zu entwickeln – mit einer Läuferin als Protagonistin eines New Adult-Romans, weil ich das so noch nicht gekannt habe.

Schreib Was: Plottest du oder schreibst du einfach drauflos? 

Lexis Able: Beim Schreiben benötige ich einen groben Handlungsstrang mit dem Aufbau und den Wendepunkten. Jedes Wort mehr engt mich dann beim Schreiben ein, da brauche ich gedankliche Freiheit.

Schreib Was: Ist bereits eine neue Veröffentlichung in Planung?

Lexis Able: Am 17. Mai erschien Teil 2 der Reihe, „Crashing Back to You“, von Aley und Chase, die den LeserInnen aus dem ersten Teil bekannt sind. Und im Juli wird die Reihe dann mit „Dreaming Back to You“ von Eliza und Sander abgeschlossen. Zu Teil 2 kann ich bereits verraten, dass Chase nach einer gemeinsamen ersten Nacht mit Aley verhaftet wird und nach dreizehn Monaten nicht als der Mann zurückkehrt, den Aley geglaubt hat, zu kennen. Trotzdem hält sie daran fest, den einst charmanten Sportler ihn im wiederzufinden.

Schreib Was: Was ist das schönste Feedback, das du von Lesern erhalten hast?

Lexis Able: Das war unmittelbar mit Erscheinen meines Debüts. Als neue Autorin kann man seinen Schreibstil und das Projekt nur schwer einschätzen, und als ich dann zum ersten Mal „Jahreshighlight“ und „Herzensbuch“ gelesen habe, war ich sehr gerührt.

Schreib Was: Wann hast du zum ersten Mal den Wunsch verspürt, ein Buch zu schreiben?

Lexis Able: Tatsächlich mit sechs Jahren, noch in der Volksschule.

Schreib Was: Was hat dich zum Schreiben angeregt?

Lexis Able: Der Wunsch nach Veränderung und die Motivation, meine Träume zu verwirklichen und nicht in Jahrzehnten dazusitzen, mit dem Gedanken „… ich hätte gerne …“.

Schreib Was: Hast du eine festgelegte Schreibzeit?

Lexis Able: Ich beginne den Tag meist gegen 04:30 Uhr mit Schreiben, bevor die Kinder in Kindergarten und Schule müssen und ich auf die Arbeit. Am Abend schließe ich dann den Tag wieder mit Schreiben ab, vor allem, wenn eine Deadline drückt. Aber auch außerhalb der reinen Schreibzeit sind meine Gedanken meist im Manuskript.

Schreib Was: Was ist für dich der größte Störfaktor beim Schreiben? Was hält dich vom Schreiben ab?

Lexis Able: Ich hasse es, wenn mir beim Schreiben Formulierungen fehlen. Dies blockiert dann meinen Gedankenfluss und es stockt derart, dass ich mich nur mehr schwer konzentrieren kann und eine Pause brauche. Mit ein bisschen Abstand und neuer Motivation funktioniert es dann meistens auch wieder.

Interview mit Sara Erb 

Schreib Was: Hast du ein Lieblingsthema, über das du schreibst?

Sara Erb: Starke Frauen, die erkennen dürfen, dass alles, was sie brauchen, bereits in ihnen steckt. Selbstbewusstsein und Selbstermächtigung sind meine großen Themen im Leben.

Schreib Was: Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch „Translator of the Universe“ gekommen? 

Sara Erb: Die Idee zu „Translator of the Universe“ kam mir durch ein Zitat von Jean-Paul Sartre: Das Ende der Kommunikation ist der Anfang aller Gewalttätigkeit. Dann ging die Fantasie mit mir durch. Ich hab ganze 4 Tage nur Moodboards der Welten gebastelt und zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, wie ich das in ein Buch packen soll.

Schreib Was: Kommen im Roman Figuren vor, die an reale Personen angelehnt sind?

Sara Erb: Tatsächlich nein. Ein paar Eigenschaften hat die Prota allerdings immer von mir, das war’s aber auch schon. Bei diesem Buch hatte ich die Figuren schon so klar vor mir und brauchte keine Inspiration „von außen“.

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Sara Erb: Weder – noch ;-) Meine Tiefphasen sind immer um Seite 100–150, dann geht's wieder.

Schreib Was: Plottest du oder schreibst du einfach drauflos?

Sara Erb: Unterschiedlich. „Translator of the Universe“ hab ich geplottet. Allerdings halte ich mich immer maximal bis zum Plottwist an meinen eigenen Aufbau, dann wird's intuitiv.

Schreib Was: Hörst du beim Schreiben Musik? Wenn ja welche? 

Sara Erb: Ich habe zu jedem Buch eine Playlist. DAS Lied für Translator of the Universe war "Mysterious Girl" von Peter Andre sowie alles von Blue.

Schreib Was: Ist bereits eine neue Veröffentlichung in Planung?

Sara Erb: Ja! Im Herbst erscheint der zweite Teil meiner Debüttrilogie (Urban Fantasy) "Chelsea Stern".

Schreib Was: Wann hast du deine ersten Schreibversuche gestartet?

Sara Erb: Mit 14 auf einer Schreibmaschine. Das Skript ging beim ersten Umzug verloren. Vielleicht gut so.

©Eric Peters – Coretecs
©Eric Peters – Coretecs

Interview mit Melanie Horngacher 

Schreib Was: Hattest du jemals eine Schreibblockade?

Melanie Horngacher: Ja, leider. Vielleicht stecke ich noch mittendrin.

Schreib Was: Was beflügelt dich beim Schreiben?

Melanie Horngacher: Schöne Rückmeldungen von meinen Leserinnen. Das Alleinsein … in der Natur, in der Badewanne, beim Putzen … einfach komplettes Ungestörtsein.

Schreib Was: Wie viele Notizbücher hast du (beschrieben und unbeschrieben) bei dir rumliegen?

Melanie Horngacher: Ehrlicherweise mache ich meine Notizen auf Schmierzetteln, die dann irgendwo in der Wohnung herumliegen. Unbeschriebene Notizbücher habe ich aber bestimmt auch 4 oder 5. Chaotisch kann ich gut!    

Schreib Was: Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch „Wohin er Fjordwind uns trägt“ gekommen? 

Melanie Horngacher: Meine Lektorin hat mich gefragt, ob ich eine Geschichte über Norwegen schreiben wollen würde. Ich war sofort Feuer und Flamme, aber aufgrund eines Notfalls in der Familie haperte es erst an Ideen. Schließlich gab es aber eine Szene, die mir im Kopf herumschwirrte, und langsam nahm auch die Geschichte darum herum Gestalt an. 

Schreib Was: Kommen in deinem Roman Figuren vor, die an reale Personen angelehnt sind?

Melanie Horngacher: Nicht direkt, aber Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden.

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Melanie Horngacher: Gute Frage … ich glaube, der erste war schwieriger. Es ist schon etwas respekteinflößend, eine neue Geschichte zu beginnen, finde ich. Außerdem soll der erste Satz ja zum Weiterlesen einladen, das braucht schon einen gewissen Pep. 

Schreib Was: Plottest du oder schreibst du einfach drauflos?

Melanie Horngacher: Bei „Wohin der Fjordwind uns trägt“ habe ich geplottet. Bei den Büchern vorher hatte ich zwar das Handlungsgerüst im Kopf, aber nicht schriftlich. Bei meinem Debüt „Die Weite deines Herzens“ habe ich einfach drauflosgeschrieben. 

Interview mit Sabine Buxbaum

Schreib Was: Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch „Berge, Ziegen und andere Schwierigkeiten“ gekommen?

Sabine Buxbaum: Ich wollte ein anderes Genre ausprobieren. Es sollte romantisch und humorvoll sein und in Tirol handeln. Ich finde, Tirol kann sich als Setting für eine Liebesroman sehr gut zeigen lassen. 

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Sabine Buxbaum: Es ist für mich immer der erste Satz, den ich meistens mehrere Male umändere. Das erste Kapitel überarbeite ich am häufigsten. 

Schreib Was: Ist bereits eine neue Veröffentlichung in Planung?

Sabine Buxbaum: Im Herbst erscheint ein neuer Roman aus dem Genre Urban Fantasy mit dem Titel „Die Macht der Schlüssel“ Darum geht es: Ellen ist die Tochter eines Milliardärs, der ihr weismacht, dass Kidnapper gedroht hätten, sie zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Ungern willigt Ellen ein, sich in den Blueridge Mountains zu verstecken. Dort tauchen plötzlich Männer auf, die sie nicht entführen, sondern töten wollen. Ellen begreift, dass an der Geschichte ihres Vaters etwas nicht stimmen kann.

Kane Shadow hat die Aufgabe, Ellen zu beschützen und eine Mission zu erfüllen. Denn Ellen hat die Bestimmung, die Menschen vor der Apokalypse zu bewahren. Doch die Mission beginnt zu scheitern, als Ellen und Kane sich ineinander verlieben. Es beginnt eine gnadenlose Jagd. Ellen ahnt nicht, wie hoch der Preis ihres Überlebens ist.

Schreib Was: Wann hast du zum ersten Mal den Wunsch verspürt, ein Buch zu schreiben?

Sabine Buxbaum: Den Wunsch gab es schon in der Kindheit. Aber richtig stark wurde er auf einer Englandreise. Nachdem ich dort war und mich schon zuvor ausgiebig mit der englischen Geschichte beschäftigt hatte, wollte ich unbedingt einen historischen Roman schreiben. Die Botin des Königs erschien 2008 erstmals und heuer als Neuauflage.

Interview mit Anna Loyelle

Schreib Was: Wann hast du zum ersten Mal den Wunsch verspürt, ein Buch zu schreiben?

Anna Loyelle: Das war in der Grundschule, sobald ich wusste, was Buchstaben, Wörter und Bücher sind. Ich war damals schon eine Leseratte und verschlang alles an Kinderbüchern, was mir in die Finger kam. 

Schreib Was: Wann hast du deine ersten Schreibversuche gestartet?

Anna Loyelle: Mit 7 oder 8 begann ich, Geschichten über Tiere zu schreiben, vorwiegend Esel, Pferde und Hunde und beglückte damit meinen Deutschlehrer. Er las die Geschichten immer in der Klasse vor. Meine allererste Geschichte damals hieß „Muck, der kleine Esel“ und ich schrieb sie mit Füllfeder in ein DIN A4-Schulheft. Für das „Cover“ schnitt ich Bilder von einem Esel, einer Sonne, Bäumen und einer Wiese aus einer Zeitschrift aus und klebte sie auf. Später wurden meine Geschichten dann in unseren Schülerzeitungen veröffentlicht. Ich schrieb in jeder freien Minute. Mit 12 Jahren gewann ich mit meiner heiteren Liebesgeschichte „Ein verrückter Typ“ den 1. Platz beim Schreibwettbewerb der Jugendzeitschrift BravoGirl. Dann las ich das Buch „Blitz kehrt heim“ von Walter Farley. Mir gefiel das Ende nicht, also beschloss ich, es einfach umzuschreiben. Und da packte es mich, dass ich mehr wollte als „nur“ Geschichten zu schreiben. Ich wollte ein ganzes Buch schreiben. Ich hielt an diesem Wunsch fest und erfüllte mir meinen Traum sozusagen selbst, denn mit 14 Jahren schrieb ich 2 Jugendromane, die gemeinsam in einem Buch veröffentlicht wurden. Seither habe ich nie wieder aufgehört zu schreiben.

Schreib Was: Was hat dich damals zum Schreiben angeregt?

Anna Loyelle: Das Schreiben und das Lesen an sich. Es faszinierte mich einfach, wie man aus Buchstaben Wörter, aus Wörtern Sätze und aus Sätzen Geschichten erschaffen konnte. 

Schreib Was: Hast du ein Lieblingsthema, über das du schreibst?

Anna Loyelle: Ja – über die erste große Liebe in allen Facetten.

Schreib Was: Kommen in deinem Roman Figuren vor, die an reale Personen angelehnt sind?

Anna Loyelle: Da ich in allen meinen Büchern reale Erlebnisse aus meinem Leben (meiner Kinder- und Jugendzeit z. B.) und/oder die von Freunden/Bekannten/Familienmitgliedern mit einfließen lasse, muss ich diese Frage mit ja beantworten.

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Anna Loyelle: Weder noch. Den ersten Satz hab ich meistens schon vor der eigentlichen Idee zum Buch im Kopf, der letzte Satz ergibt sich von selbst, der ist einfach da, ich muss nicht darüber nachdenken. Schwieriger fällt mir da das Schreiben des Klappentextes und des Exposés.

Schreib Was: Wie viele Notizbücher hast du (beschrieben und unbeschrieben) bei dir rumliegen?

Anna Loyelle: Viele beschriebene. Sehr viele. Pro Roman verwende ich mindestens 1–2 Notizbücher, in denen ich meine Gedanken, Plot-Ideen, Figurenskizzierungen etc. festhalte. Und es warten mindestens 10 unbeschriebene Notizbücher darauf, beschrieben zu werden. Gibt es sowas wie einen Notizbücher-SUB? Stapel unbeschriebener Notizbücher? Der wächst nämlich rasend schnell, da es leider viel zu viele wunderschöne Notizbücher gibt, die ich mit nach Hause nehmen muss.

Die 9 Tiroler Autorinnen mit ihren Büchern: v.l. Sara Erb, Melanie Horngacher, Lexis Able, Carmen Redolfi, Yasemin Grißmann, Catherine Snow, Sabine Buxbaum, Anna Loyelle, Nina May      Foto©Eric Peters – Coretecs
Die 9 Tiroler Autorinnen mit ihren Büchern: v.l. Sara Erb, Melanie Horngacher, Lexis Able, Carmen Redolfi, Yasemin Grißmann, Catherine Snow, Sabine Buxbaum, Anna Loyelle, Nina May Foto©Eric Peters – Coretecs

Fotos©Eric Peters – Coretecs und ©Privat

Interview mit Catherine Snow 

Schreib Was: Hattest du jemals eine Schreibblockade? Wenn ja, wie konntest du sie überwinden?

Catherine Snow: Jein. Es war weniger eine Blockade, sondern mehr eine Situation, in die sich meine Figuren hineinmanövriert haben (Eigenleben!), aus die ich sie nicht mehr rausschreiben konnte. Zwei Wochen lang hab ich den Laptop aufgeklappt und wieder zugeklappt, ohne auch nur ein Wort zu schreiben. Irgendwann kam dann die Idee. Und es lief wieder so, wie es sollte. 

Schreib Was: Was ist das schönste Feedback, das du je von Lesern erhalten hast?

Catherine Snow: Es war nicht eines, sondern die Gesamtheit derer, die ich bereits erhalten habe. Die meisten von ihnen waren richtig begeistert von den Figuren und ihren Entwicklungen und dem Setting, dass ich fast in Tränen ausgebrochen wäre. Wenn jemand das eigene Buch so sehr zu lieben scheint wie man selbst, hat man wirklich das Gefühl, einiges richtig gemacht zu haben.

Schreib Was: Wann hast du zum ersten Mal den Wunsch verspürt, ein Buch zu schreiben?

Catherine Snow: Eigentlich schon nach meinen ersten Schreibversuchen mit 9. Ich wollte es meinem damaligen Vorbild JK Rowling einfach nachtun. Und spätestens nach dem letzten Band war die Schreibwut vollständig geweckt.

Schreib Was: Hast du ein Lieblingsthema, über das du schreibst?

Catherine Snow: Es gibt eigentlich gar kein Lieblingsthema, über das ich schreibe. Die Figuren, die ich mir ausdenke, geben mir meist ein grobes Thema an, das auch sie beschäftigt. Gerade bei der Akademie ging es vor allem um Mobbing, das auch in meinem Leben schon eine große Rolle gespielt hat und der Umgang des Opfers damit. Und ich hoffe wirklich, dass ich damit einigen Kraft geben kann, die auch davon betroffen waren oder sind, und ihnen damit zeigen kann, dass sie nicht allein sind.

Schreib Was: Wann hast du deine ersten Schreibversuche gestartet?

Catherine Snow: Etwa mit 9 Jahren habe ich erste Versuche mit Kurzgeschichten gestartet. Dabei hat gerade die Begeisterung meines jüngeren Bruders mein Ego derart gefüttert, dass ich mich mit 12 an meinen ersten Roman gewagt hab. Und ich bin echt verdammt froh, dass der Text verlorengegangen ist. 

Schreib Was: Hast du eine festgelegte Schreibzeit?

Catherine Snow: Durch Studium und Arbeit habe ich keine festen Schreibzeiten und auch keinen festen Schreibplatz. Da, wo ich gerade bin, wenn ich Zeit finde in meinem Stundenplan, wird geschrieben bis die Finger qualmen.

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Catherine Snow: Ganz eindeutig den letzten. Ich hab mich so in die Geschichte verliebt und war ein wenig traurig, aber auch geschafft, als ich den letzten Satz geschrieben und sie damit losgelassen habe.

Schreib Was: Plottest du oder schreibst du einfach drauflos?

Catherine Snow: Ich brauche immer eine Planung. Ich bin aber weder eine totale Plotterin, noch eine Discovery Writerin. Am liebsten lege ich mir einen Handlungsabriss in Form eines Exposés zurecht und schaue dann, ob sich meine Charaktere auch daran halten. Meistens entwickeln die nämlich ab einem gewissen Punkt ein Eigenleben und machen dann schon mal Dinge, die ich nicht für sie geplant habe.

Schreib Was: Hörst du beim Schreiben Musik? Wenn ja welche?

Catherine Snow: Das ist von Buch zu Buch unterschiedlich. Je nach Stimmung, je nach Figuren braucht es andere Musik. Bei der Akademie habe ich vor allem viel von Lindsey Stirling und Dream Theater gehört. Dafür lege ich mir gerne während des Entstehens der Geschichte eine Playlist an, um die Stimmung einzufangen und mich später wieder darin zu verlieren.

Schreib Was: Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch „Akademie im Niemals“ gekommen?

Catherine Snow: Als ich etwa 17 oder 18 Jahre alt war, waren meine Träume oft sehr lebhaft. Einer davon war dann quasi der Start für die Idee zur Akademie. Ein Zug (in der Akademie ein Bus), der eine Weile lang nach vorn fährt und plötzlich die Richtung wechselt, als eine mysteriöse Figur auftaucht. Man fährt in der Zeit zurück und niemand der anderen Passagiere scheint es zu merken. Die Idee reifte dann einige Jahre vor sich hin – wie guter Wein.

Fotos©Privat

Interview mit Carmen Redolfi

Schreib Was: Hast du ein Lieblingsthema, über das du schreibst?

Carmen Redolfi: Ich schreibe aktuell nur im Romance bzw. Romance-Thriller Bereich. Geschichten, die die Zielgruppe der Romance-Leser so sehr lieben und doch anders sind! Spannender, emotionaler und prickelnder! Durchzogen von einem nicht enden wollenden Spannungsbogen, einem völlig unerwarteten Handlungsverlauf und getragen von einer starken, emanzipierten Frau.

Schreib Was: Hast du eine festgelegte Schreibzeit?

Carmen Redolfi: Leider nein. Es wäre so schön, wenn ich einfach mal 3 Wochen durchgehend Zeit hätte zu schreiben. Quasi irgendwo ungestört auf einer Hütte. Weit weg von jeglichen Ablenkungen wie Familie, Mama-sein, Job und dem restlichen Alltags-Wahnsinn.

Schreib Was: Was ist für dich der größte Störfaktor beim Schreiben?

Carmen Redolfi: Das Hauptproblem ist einfach der Zeitfaktor. Da es bei mir nur ein Hobby ist, ist ruhige und friedliche Schreibzeit einfach ein absoluter Luxus. Zudem muss man auch den Kopf dafür frei haben und so sind die Stunden – in denen man wirklich entspannt schreiben kann und auch noch Muse hat –, absolute Mangelware.

Schreib Was: Hattest du jemals eine Schreibblockade?

Carmen Redolfi: Ja, sogar immer wieder. Man hat plötzlich etwas freie Zeit zu schreiben und setzt sich dann selbst massiv unter Druck. So quasi jetzt habe ich ein paar freie Stunden und jetzt muss ich etwas Brauchbares zu Papier bringen. Leider klappt es dann nur selten (zumindest bei mir). Wenn die Gesamtsituation aber passt, dann kann es auch vorkommen, dass ich mehrere Stunden durchgehend bzw. bis spät in die Nach hinein schreibe.

Schreib Was: Hast du ein (Lebens-)Motto oder ein Lieblingszitat?

Carmen Redolfi: Mein Lieblingszitat ist von Oscar Wilde: Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende. 

Schreib Was: Kommen in deinem Roman Figuren vor, die an reale Personen angelehnt sind?

Carmen Redolfi: Bei allen Figuren hatte ich als Vorlage ganz bestimmte Schauspieler im Kopf (welche das sind wird erst verraten, wenn es zu einer Verfilmung kommt, und ich dann bitte bei der Besetzung ein Mitspracherecht möchte). Dadurch war es einfach leichter, mir die Protagonisten vorzustellen und sie – bezüglich ihres Aussehens – zu beschreiben.

Schreib Was: Was war der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?

Carmen Redolfi: Weder noch! Für mich war das Schwierigste das Schreiben des Klappentextes und des Exposès. Hierfür habe ich länger gebraucht als für manches Kapitel. Ich habe mich fürchterlich schwergetan, den Inhalt von knapp 400 Seiten in einen winzig kurzen Klappentext zu packen.

Schreib Was: Plottest du oder schreibst du einfach drauflos?

Carmen Redolfi: Beides! Der grobe Handlungsverlauf wird zuerst einmal geplottet. Damit einfach das Grundgerüst inklusive der Protagonisten steht. Beim Schreiben der einzelnen Kapitel kommt es jedoch auch zu spontanen Änderungen und neuen Ideen und hier wird dann einfach munter drauflos geschrieben.

Schreib Was: Hast du einen festen Schreibplatz?

Carmen Redolfi: Nein, ich habe keinen fixen Schreibplatz, da ich hauptsächlich auf meinem Laptop schreibe. Vom Küchentisch, Schreibtisch, Terrasse, Wohnzimmer etc. ist somit alles dabei. Jedoch schreibe ich hauptsächlich am Abend, da ich zu dieser Zeit am meisten Ruhe habe (bin ja berufstätig und Mutter einer 8-jährigen Tochter).

Schreib Was: Wie viele Notizbücher hast du (beschrieben und unbeschrieben) bei dir rumliegen?

Carmen Redolfi: Je Projekt, habe ich immer genau ein Notizbuch und habe dieses auch fast immer und überall dabei. Wobei ich ein absolutes Faible für Paperblanks (Sorte von wirklich schönen und hochwertigen Bullet Journals) habe. Ich liebe hochwertige Papeterie.

Foto Maren Vivien Haase ©Mariah Müller

Foto Anna Loyelle ©Bildlmacher

Foto Catherine Snow ©Goran Milosavljevic

Foto Lexis Able ©Renate Neurauter

Foto Sara Erb ©Kati Zöhr

Foto Nina May ©Lisa Hörtnagl